Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist 2024 dramatisch gestiegen. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 16,8 Prozent mehr Insolvenzanträge als im Vorjahr gestellt. Besonders stark zeigte sich der Anstieg im letzten Quartal. Im Dezember meldeten die Amtsgerichte 13,8 Prozent mehr Regelinsolvenzen, während der Oktober mit einem Plus von 35,9 Prozent einen zehnjährigen Höchststand markierte.
Im Oktober beliefen sich die Forderungen der Gläubiger auf 3,8 Milliarden Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 1,6 Milliarden Euro des Vorjahres. Besonders stark betroffen waren Unternehmen in den Bereichen Verkehr, Lagerei, Baugewerbe und Gastronomie.
Volker Treier, Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), warnt vor einer düsteren Entwicklung: „Die Unternehmensinsolvenzen erreichen den höchsten Stand seit Jahren. Das ist ein deutliches Warnsignal.“
Die wirtschaftliche Unsicherheit spiegelt sich auch in den Prognosen der Unternehmen wider. Einer DIHK-Umfrage zufolge rechnen fast 90 Prozent der Firmen mit stagnierenden oder verschlechterten Geschäften. Besonders stark leiden das Baugewerbe, die Gastronomie und der Kraftfahrzeugbau.
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldet zudem die höchste Zahl an Insolvenzanträgen seit 15 Jahren. Im letzten Quartal 2024 stellten 4215 Unternehmen einen Antrag. IWH-Experte Steffen Müller sieht Nachholeffekte: „Niedrige Zinsen und Subventionen während der Pandemie haben Insolvenzen verhindert. Mit steigenden Zinsen und dem Ende der Hilfsprogramme schlagen diese jetzt durch.“
Auch Verbraucher sind betroffen: Die Zahl der Privatinsolvenzen stieg im Oktober um elf Prozent.
Um
der Insolvenzwelle entgegenzuwirken, fordert Treier umfassende
Maßnahmen. Neben einem Bürokratieabbau nennt er gezielte Entlastungen
bei Steuern und Energiekosten als entscheidend für die Stabilisierung
der Wirtschaft. ozd/afp
OZD-Kommentar:
Deutschland in der Insolvenzfalle: Gefährliche Signale für die Wirtschaft
Die steigende Zahl der Firmenpleiten offenbart die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft. Steigende Energiepreise, hohe Zinsen und der Nachhall der Pandemie belasten vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Die Politik ist gefordert, schnell und entschlossen zu handeln.
Ein starker Bürokratieabbau und gezielte Steuererleichterungen könnten kurzfristig Entlastung schaffen. Langfristig braucht Deutschland eine Innovations- und Investitionsoffensive, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
Prognose: Sollte die Regierung nicht zeitnah reagieren, könnten die Insolvenzen in diesem Jahr die Marke von 20.000 überschreiten. Dies hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Folgen in Form von Arbeitsplatzverlusten und geringerer Kaufkraft.
Biographien und Erklärungen:
Wer ist Volker Treier?
Volker
Treier ist Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer
(DIHK). Er analysiert und bewertet die wirtschaftliche Lage in
Deutschland und gibt Handlungsempfehlungen für Politik und Unternehmen.
Treier ist bekannt für seine kritischen, aber fundierten Einschätzungen
zur Wirtschaftspolitik.
Wer ist Steffen Müller?
Steffen
Müller ist Experte am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle
(IWH). Seine Arbeit konzentriert sich auf die Analyse von
Unternehmensinsolvenzen und deren wirtschaftlichen Ursachen. Er ist
einer der führenden Stimmen bei der Bewertung der aktuellen
Insolvenzwelle in Deutschland.
Was ist das Statistische Bundesamt?
Das
Statistische Bundesamt (Destatis) ist die zentrale Behörde für amtliche
Statistiken in Deutschland. Es sammelt und veröffentlicht Daten zu
Wirtschaft, Bevölkerung und Gesellschaft, die als Grundlage für
politische Entscheidungen dienen.
Was ist das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)?
Das
IWH ist ein wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut. Es
analysiert ökonomische Entwicklungen und berät Politik und Unternehmen.
Besondere Expertise hat das IWH im Bereich Unternehmensinsolvenzen und
Strukturwandel.
OZD-Kommentar:
Deutschland im Würgegriff der Insolvenzen – wo bleibt der Rettungsplan?
Die Zahlen sind alarmierend, die Stimmung in der Wirtschaft katastrophal. Doch was tut die Regierung? Bürokratie lähmt, Steuern erdrücken, und von echter Unterstützung fehlt jede Spur. Der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, droht zu brechen. Es braucht keine weiteren Sonntagsreden, sondern handfeste Maßnahmen, um Unternehmen vor dem Untergang zu bewahren. Die Zeit läuft ab – handelt endlich!
3 Tipps:
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