Das US-Außenministerium hat massive Einschnitte bei der Entwicklungshilfe bekannt gegeben. Rund 5800 Verträge mit einer Laufzeit von mehreren Jahren wurden um 92 Prozent gekürzt, was einer Streichung von etwa 54 Milliarden Dollar entspricht. Die drastischen Einsparungen betreffen die Entwicklungsbehörde USAID, die unter der Trump-Regierung im Zuge der „America First“-Politik nahezu zerschlagen wird.
Laut einem Ministeriumssprecher seien die Kürzungen das Ergebnis eines umfassenden Prüfverfahrens, das von USAID und Außenminister Marco Rubio geleitet wurde. Auch Präsident Donald Trump und sein einflussreichster Berater Elon Musk hatten die Streichungen persönlich überprüft.
Trump verteidigte den radikalen Kurs und bezeichnete USAID als „eine von Verrückten geführte Behörde“. Musk ging noch weiter und nannte die Organisation „ein Schlangennest radikal-linker Marxisten, die Amerika hassen“. Die USAID war in der Vergangenheit für humanitäre Hilfe, Wirtschaftsförderung und Demokratieprojekte weltweit zuständig.
Bereits nach seiner Vereidigung hatte Trump ein Dekret erlassen, das Auslandshilfen für 90 Tage weitgehend aussetzte. Einige wenige humanitäre Programme wurden später wieder genehmigt.
Die Kürzungen haben nicht nur finanzielle, sondern auch personelle Konsequenzen: USAID kündigte an, rund 1600 Beschäftigte in den USA zu entlassen. Die meisten anderen Mitarbeiter weltweit wurden beurlaubt, was die Funktionsfähigkeit der Behörde nahezu lahmlegt. ozd
OZD-Kommentar
Die massive Streichung der US-Entwicklungshilfe ist ein Kahlschlag mit geopolitischen und humanitären Folgen. Während sich die USA aus internationalen Hilfsprogrammen zurückziehen, entstehen gefährliche Lücken, die andere Mächte wie China oder Russland füllen könnten.
Die Argumentation von Trump und Musk, dass USAID eine „marxistische Organisation“ sei, dient nur als Vorwand für eine ideologische Säuberung. Tatsächlich geht es um den Rückzug der USA als globale Ordnungsmacht – ein Schritt, der langfristig mehr Instabilität schafft, als er Kosten einspart.
Die Streichungen treffen Entwicklungsländer, in denen USAID-Programme Armut bekämpften, Frauenrechte stärkten und Gesundheitsversorgung sicherten. Aber auch US-Interessen werden geschwächt: Die geopolitische Soft-Power der Vereinigten Staaten schwindet, während China seine Entwicklungshilfe ausweitet und seinen Einfluss stärkt.
Die Frage ist, ob dieser radikale Rückzug der USA noch rückgängig gemacht werden kann – oder ob er Teil einer fundamentalen Abkehr von globaler Verantwortung ist. Fest steht: Die Folgen dieser Kürzungen werden weit über Washington hinaus zu spüren sein.
OZD-Analyse
Ausmaß der Kürzungena) 92 Prozent der USAID-Verträge wurden gestrichen, was Einsparungen von 54 Milliarden Dollar bedeutet.
b) Humanitäre Programme sind nur in Ausnahmefällen von den Kürzungen ausgenommen.
c) Die drastischen Personaleinsparungen legen die Funktionsfähigkeit der Behörde weitgehend lahm.
Politische Motive und Hintergründe
a) Trump und Musk verfolgen einen radikalen Sparkurs und betrachten USAID als ideologisch unterwandert.
b) Die Kürzungen sind Teil einer breiteren Strategie, die den Rückzug der USA aus globalen Verpflichtungen vorantreibt.
c)
Außenminister Rubio hat die Streichungen persönlich mit überwacht, was
zeigt, dass es sich um eine bewusste politische Entscheidung handelt.
Internationale Auswirkungen
a) Entwicklungsländer, die auf US-Hilfsprogramme angewiesen waren, stehen vor massiven Problemen.
b) China und Russland könnten die entstehende Lücke nutzen, um ihren geopolitischen Einfluss auszubauen.
c) Die USA setzen ihre Soft-Power aufs Spiel und verlieren möglicherweise langfristig Verbündete.
6. Was ist USAID?
Die United States Agency for International Development (USAID) ist die wichtigste US-Behörde für Entwicklungshilfe. Sie finanziert weltweit Programme zur Armutsbekämpfung, Gesundheitsversorgung, Bildung und Demokratieförderung. USAID wurde 1961 gegründet und spielte eine zentrale Rolle in der US-Außenpolitik. Unter der Trump-Regierung wurde sie massiv geschwächt, mit dem Ziel, Auslandshilfen drastisch zu reduzieren.
7. Wer ist Marco Rubio?
Marco Rubio ist seit 2011 Senator der USA für den Bundesstaat Florida und seit Januar 2025 Außenminister unter Präsident Donald Trump. Der Republikaner gilt als konservativ und außenpolitischer Hardliner. In der Vergangenheit forderte er eine härtere Gangart gegenüber China und setzte sich für Sanktionen gegen autoritäre Regierungen ein. Seine Rolle bei den Kürzungen von USAID zeigt jedoch, dass er auch Trumps Isolationismus mitträgt.
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Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP