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Olympia in Deutschland? Weikert und Faeser werben für Bewerbung

Deutschland will sich erneut für Olympische Spiele bewerben. Bei der EOC-Generalversammlung warben DOSB-Präsident Weikert und Innenministerin Faeser für eine deutsche Bewerbung – und Thomas Bach verabschiedete sich emotional.

Weikert und Faeser werben für Olympia - Bach emotional

Deutschland will Olympische Spiele ausrichten – und lässt keine Gelegenheit aus, für seine Bewerbung zu werben. Bei der 54. Generalversammlung der Europäischen Olympischen Komitees (EOC) in Frankfurt nutzten DOSB-Präsident Thomas Weikert und Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Bühne, um vor rund zwei Dutzend IOC-Mitgliedern um Präsident Thomas Bach für eine deutsche Austragung zu werben.

"Deutschland ist eine Sportnation. Und wir haben das klare Ziel, große und nachhaltige Sportereignisse in Deutschland auszurichten", sagte Faeser vor rund 300 Delegierten. Die SPD-Politikerin verwies auf die Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Sommer und kommende Sportgroßereignisse wie die Summer World University Games im Juli.

Auch Weikert betonte die Ambitionen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind nicht nur ein Ereignis von globaler Strahlkraft, sondern auch eine einmalige Chance, den Sport und seine Werte in einer ganzen Gesellschaft zu verankern." Deutschland plane eine Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044 – mit welcher Stadt oder welchen Städten, soll noch 2025 entschieden werden.

Zuletzt war Deutschland 1972 Gastgeber der Olympischen Spiele in München. Alle sieben Anläufe seitdem scheiterten – oft auch an der mangelnden Unterstützung der Bevölkerung. Die frühere Bundesregierung hatte eine neue Bewerbung unterstützt, doch nach der Bundestagswahl bleibt abzuwarten, ob die neue Regierung das Vorhaben weiterhin mitträgt.

Ein emotionaler Moment war der Auftritt von Thomas Bach, der im Juni nach elf Jahren als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aus dem Amt scheidet. "Du wirst ein Champion des deutschen Sports sein, auch nach dem kommenden Sommer", sagte Weikert in Richtung Bach und versprach ihm als Ehrenpräsident des DOSB eine dauerhafte Rolle im deutschen Sport. Bach selbst verabschiedete sich mit den Worten: "Heute sage ich nicht tschüss und ade. Heute sage ich: Auf Wiedersehen und bis bald." Seine Nachfolge wird am 20. März gewählt.

ozd/afp

OZD-Kommentar

Die deutsche Olympia-Bewerbung ist ein Prestigeprojekt, das für die Sportnation Deutschland von großer Bedeutung ist – aber zugleich von massiven Herausforderungen begleitet wird.

Die Begeisterung der deutschen Sportfunktionäre ist verständlich: Olympische Spiele bringen weltweite Aufmerksamkeit, Investitionen in Infrastruktur und einen möglichen sportlichen und wirtschaftlichen Schub. Doch die entscheidende Frage bleibt: Will die Bevölkerung überhaupt noch Olympische Spiele? Die jüngsten deutschen Bewerbungen – sei es für Winter- oder Sommerspiele – scheiterten reihenweise an der Ablehnung durch Bürgerentscheide. Misstrauen gegenüber dem IOC, hohe Kosten und umstrittene Bauprojekte ließen die Stimmung kippen.

Die Bundesregierung wird sich bald positionieren müssen, ob sie das milliardenschwere Projekt weiter mitträgt. Nach der Bundestagswahl ist vieles unklar – darunter auch die politische Zukunft von Innenministerin Faeser, die sich nun als Olympia-Befürworterin inszeniert.

Ohne eine solide Finanzierungsgrundlage und ohne eine überzeugte Bevölkerung könnte auch diese Bewerbung nur ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte gescheiterter deutscher Olympia-Träume werden.


OZD-Analyse

Die deutsche Olympia-Bewerbung – Chancen und Risiken

a) Deutschland plant eine Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044, doch Details sind offen.
b) Die Bundesregierung muss bald entscheiden, ob sie das Projekt weiterhin unterstützt.
c) Die letzten sieben Bewerbungen scheiterten – vor allem an der Ablehnung der Bevölkerung.

Thomas Bachs Abschied und die Bedeutung für das IOC

a) Bach verlässt das IOC nach elf Jahren – seine Nachfolge wird am 20. März bestimmt.
b) Als DOSB-Ehrenpräsident bleibt er dem deutschen Sport erhalten.
c) Sein emotionaler Abschied zeigt die Bedeutung seiner Ära für den olympischen Sport.

Herausforderungen für eine erfolgreiche Bewerbung

a) Die Finanzierung muss gesichert sein – eine Olympia-Bewerbung ist ein Milliardenprojekt.
b) Die Bürger müssen überzeugt werden – bisher waren sie mehrheitlich dagegen.
c) Das IOC muss Vertrauen zurückgewinnen, um in Deutschland wieder Akzeptanz zu finden.



Wer ist Thomas Bach?

Thomas Bach ist ein ehemaliger deutscher Fechter und Sportfunktionär, der von 2013 bis 2024 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) war. Er führte das IOC durch turbulente Zeiten, darunter die Corona-Pandemie und politische Kontroversen um die Olympischen Spiele. Vor seiner Amtszeit war Bach unter anderem Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und 1976 Olympiasieger im Fechten.

Was ist der DOSB?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist die Dachorganisation des deutschen Sports und für die Olympiabewerbungen des Landes verantwortlich. Er wurde 2006 gegründet und vertritt über 27 Millionen Sportlerinnen und Sportler in Deutschland. Der DOSB ist Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und setzt sich für die Förderung des Spitzensports sowie des Breitensports ein.



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Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP