Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Russland aufgefordert, einer 30-tägigen Waffenruhe im Ukraine-Krieg ohne Vorbedingungen zuzustimmen. Laut Macron habe Russland nach der zuvor zugesagten Teil-Waffenruhe in Gesprächen mit den USA neue Bedingungen gestellt und damit erneut seine Kriegsabsichten verdeutlicht. Dies erklärte er am Mittwochabend nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Paris. Zudem kündigte Macron in einer gemeinsamen Pressekonferenz neue Militärhilfen für die Ukraine in Höhe von zwei Milliarden Euro an.
In den vergangenen Tagen hatten US-Vertreter in Saudi-Arabien getrennte Gespräche mit Russland und der Ukraine über eine mögliche Waffenruhe geführt. Am Dienstag teilte das Weiße Haus mit, dass beide Seiten zugesagt hätten, Angriffe im Schwarzen Meer zu unterlassen. Der Kreml erklärte jedoch, diese Vereinbarung trete erst nach Aufhebung von Agrarsanktionen gegen Russland in Kraft.
Macron betonte am Mittwoch, dass es derzeit noch zu früh sei, über eine Aufhebung der Sanktionen gegen Moskau zu sprechen.
Präsident Wladimir Putin hatte bereits vergangene Woche eine 30-tägige Pause von Angriffen auf die ukrainische Energie-Infrastruktur angeordnet. Dennoch wirft Kiew Moskau vor, weiterhin gezielt Energieanlagen anzugreifen.
Selenskyj kritisierte Russland am Mittwoch für seinen fehlenden Friedenswillen und verwies auf neue russische Drohnenangriffe. Diese Angriffe nach Verhandlungen über eine Waffenruhe seien laut ihm ein klares Signal an die Welt, dass Moskau keinen echten Frieden anstrebe.
Am Donnerstag ist in Paris ein Treffen der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine geplant. Dabei soll auch erörtert werden, wie europäische Staaten eine mögliche Waffenruhe sichern könnten, etwa durch die Entsendung europäischer Soldaten.
OZD/AFP
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