Der 55-Jährige sprach die gesamte Nacht hindurch und setzte seine Ansprache am Dienstagvormittag fort. Seine Rede richtete sich insbesondere gegen Trumps radikale Einschnitte im Staatsapparat und dessen Machtkonzentration.
Cory Booker, demokratischer Senator aus New Jersey und früherer Präsidentschaftsbewerber, hielt in der Nacht von Montag auf Dienstag eine bemerkenswerte Rede im US-Senat. Um 19.00 Uhr Ortszeit (Dienstag 01.00 Uhr MESZ) trat er ans Rednerpult und sprach ununterbrochen bis in den Vormittag. Seine Ansprache dauerte insgesamt mehr als 17 Stunden.
Hintergrund:
Booker begründete seine Rede mit der aus seiner Sicht ernsten Lage der US-Demokratie. "Ich erhebe mich heute Abend, weil ich ehrlich glaube, dass unser Land sich in einer Krise befindet", erklärte er. "Das sind keine normalen Zeiten."
Der Senator kritisierte unter anderem die von Trump vorangetriebenen Massenentlassungen im öffentlichen Dienst. Zudem warf er dem Präsidenten vor, verfassungswidrig zu handeln und immer mehr Macht an sich zu reißen. "In nur 71 Tagen hat der Präsident der Vereinigten Staaten der Sicherheit der Amerikaner, der finanziellen Stabilität und den Grundlagen unserer Demokratie so viel Schaden zugefügt", betonte Booker.
Verlauf der Rede:
Um seine Redezeit zu füllen, las Booker nicht nur politische Erklärungen vor, sondern trug auch Gedichte vor und sprach über Sport. Außerdem beantwortete er Fragen von Senatskolleginnen und -kollegen. Während der gesamten Zeit durfte er das Rednerpult nicht verlassen, sich nicht setzen und keine Pause für den Gang zur Toilette einlegen.
Historischer Kontext:
Marathonreden im US-Senat sind nicht ungewöhnlich und werden oft als Filibuster eingesetzt, um Abstimmungen zu verzögern. Die längste Rede dieser Art hielt 1957 der republikanische Senator Strom Thurmond mit 24 Stunden und 18 Minuten, um ein Bürgerrechtsgesetz zu blockieren. Allerdings handelte es sich bei Bookers Ansprache technisch gesehen nicht um einen Filibuster, da keine Abstimmung anstand. Vielmehr wollte er ein Zeichen gegen Trumps Politik setzen und die eigene Partei wachrütteln.
Reaktionen:
Bookers Rede könnte als Versuch gewertet werden, die Demokratische Partei zu mobilisieren. Viele Anhänger der Demokraten werfen ihrer Partei vor, nicht energisch genug gegen Trump vorzugehen. Angesichts der Vielzahl an umstrittenen Maßnahmen und Grenzüberschreitungen des Präsidenten wirken die Demokraten häufig wie gelähmt. Booker sendete mit seiner Rede ein starkes Signal des Widerstands.
Fazit:
Ob Bookers Marathon-Rede langfristige politische Auswirkungen haben wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass sie Aufmerksamkeit für die Kritik an Trump geschaffen hat und als ein Akt des Protests in die Geschichte eingehen wird.
OZD/AFP
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