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Donald Trump kündigt weitere Zölle an

"Goldenes Zeitalter" oder Gefahr eines Handelskriegs?

US-Präsident Donald Trump plant, am Mittwochnachmittag (Ortszeit) im Rosengarten des Weißen Hauses seine neuen Zollmaßnahmen bekanntzugeben. Laut Trump markiert dieser Schritt einen "Befreiungstag" für die USA und den Beginn eines "goldenen Zeitalters". Allerdings warnen Experten weltweit, dass solche Zölle einen globalen Handelskrieg auslösen und die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen könnten.

Hintergrund und Zeitplan der Ankündigung

Die Vorstellung der Maßnahmen ist für 16.00 Uhr in Washington (22.00 Uhr MESZ) terminiert, also nach Handelsschluss der New Yorker Börse. Die Sprecherin des Präsidenten erklärte, dass die Zölle unmittelbar nach der Ankündigung in Kraft treten sollen. Dennoch wurde noch am Dienstagabend eingeräumt, dass einzelne Details der Maßnahmen weiterhin ausgearbeitet werden.

Trumps Wirtschaftspolitik: Theorie und Kritik

Trump argumentiert, dass durch Zölle das Außenhandelsdefizit der USA reduziert werden kann. Diese Ansicht widerspricht jedoch der gängigen wirtschaftlichen Lehrmeinung. Kritiker weisen darauf hin, dass steigende Importkosten insbesondere US-Verbraucher belasten würden. Zudem befürchten sie negative Folgen für die Weltwirtschaft, darunter eine mögliche Rezession.

An den internationalen Finanzmärkten ist die Unsicherheit spürbar. Analysten warnen, dass protektionistische Maßnahmen wie reziproke Zölle eine Eskalation des Handelskonflikts provozieren könnten. Der Begriff "Reziprozität" bleibt dabei unklar definiert: Trump will sicherstellen, dass Importprodukte mit denselben Zöllen belegt werden, die auch für US-Exporte gelten. Doch Experten des Ifo-Instituts weisen darauf hin, dass die durchschnittlichen Zollsätze der EU und der USA ähnlich sind. Eine Angleichung würde demnach kaum Auswirkungen haben.

Globale Reaktionen und wirtschaftliche Konsequenzen

Weltweit bereiten sich Staaten auf Trumps Zölle vor. Vietnam und Taiwan hoffen, durch eigene Zollerleichterungen oder Investitionen in den USA eine Konfrontation zu vermeiden. Großbritannien setzt auf bilaterale Verhandlungen. China, Japan und Südkorea wollen stattdessen ihre Handelsbeziehungen untereinander ausbauen.

Die Europäische Union (EU) signalisiert grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft, hat jedoch auch Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD), sieht derzeit keine diplomatische Lösung und wirft Trump "Willkür" vor. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert, dass die EU "nicht impulsiv, sondern entschieden und mit Weitsicht" reagiert.

Vergangene Maßnahmen und mögliche Eskalation

Seit Trumps Amtsantritt im Januar hat die US-Regierung mehrfach Zölle verhängt, insbesondere gegen Kanada, Mexiko und China. Im März folgten Aufschläge auf Stahl- und Aluminiumprodukte, die auch europäische Exporte betrafen. Ab Donnerstag sollen zudem 25-prozentige Zölle auf Auto-Importe gelten, was erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Automobilindustrie haben könnte.

Analyse: Handelskrieg oder Strategie?

Die Auswirkungen von Trumps Zollpolitik sind umstritten. Befürworter sehen darin ein Mittel, um die Wettbewerbsfähigkeit der USA zu stärken und faire Handelsbedingungen zu schaffen. Kritiker warnen hingegen vor steigenden Preisen, wirtschaftlichem Protektionismus und einer Abschwächung des globalen Wachstums.

Falls sich der Handelskonflikt weiter zuspitzt, könnten Gegenmaßnahmen der EU und anderer Handelspartner zu einem umfassenden Handelskrieg führen. Langfristig wäre das Risiko einer globalen Rezession nicht auszuschließen.

Fazit

Trumps wirtschaftspolitischer Kurs sorgt weltweit für Unsicherheit. Ob die neuen Zölle tatsächlich ein "goldenes Zeitalter" einläuten oder einen Handelskrieg auslösen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die globale Wirtschaftspolitik vor einer kritischen Weggabelung steht.

OZD



Alle Angaben ohne Gewähr.

Bild: AFP