Im Leipziger Zoo ist innerhalb einer Woche ein zweiter Gorilla gestorben. Wie der Zoo am Donnerstag mitteilte, wachte das 21-jährige Weibchen Kibara nach einer Vollnarkose für eine medizinische Behandlung nicht mehr auf. Bereits eine Woche zuvor war das Männchen Kio unter ähnlichen Umständen verstorben. Beide Tiere litten unter schweren Krankheitssymptomen und überlebten die Narkose nicht.
Zoodirektor Jörg Junhold zeigte sich tief betroffen: „Wir sind bestürzt und sehr traurig über den doppelten Verlust in der Gorillagruppe.“ Ein solcher Vorfall sei seit Bestehen der Menschenaffen-Anlage Pongoland noch nie passiert. „Wir tun alles, um die medizinischen Ursachen der Todesfälle zu klären und die übrige Gruppe zu schützen“, erklärte er weiter.
Die pathologischen Untersuchungen des verstorbenen Gorillamännchens Kio seien noch nicht abgeschlossen. Daher habe Kibara nur symptomatisch auf eine Entzündung im Darmbereich behandelt werden können. Der Zoo betonte, dass die verbleibenden vier Gorillas nun streng medizinisch und tierpflegerisch überwacht würden.
Laut Zootierarzt Andreas Bernhard wirkt die Gruppe nach den Verlusten niedergeschlagen und angespannt. Ob zusätzlich medizinische Ursachen eine Rolle spielen, sei noch unklar. Der Zoo stehe im Austausch mit tiermedizinischen Spezialisten des Europäischen Zooverbandes sowie Experten anderer Zoos.
Westliche Flachlandgorillas werden in der Natur Westafrikas 35 bis 40 Jahre alt, in Zoos oft sogar älter. Sie gelten als vom Aussterben bedroht und werden über das europäische Erhaltungszuchtprogramm betreut. Neben Gorillas leben im Pongoland des Leipziger Zoos auch Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans.
OZD/AFP
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