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Deutschland ist Einbruchland

In Deutschland ereignet sich alle sechs Minuten ein Einbruch. Mit rund 90.000 Fällen im Jahr 2024 bleiben die Zahlen auf einem hohen Niveau, wobei die Schadenssumme pro Einbruch gestiegen ist.

Laut aktuellen Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden im Jahr 2024 insgesamt rund 90.000 Einbrüche in Deutschland registriert – statistisch gesehen passiert alle sechs Minuten ein Einbruch. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Zahl der Einbrüche nahezu konstant, was auf eine Stabilisierung der Einbruchszahlen hindeutet. Die durchschnittliche Schadenssumme stieg jedoch von 3600 Euro auf 3800 Euro pro Fall. Dies zeigt, dass die Täter vor allem hochpreisige, leicht weiterverkaufbare Elektronik wie Smartphones, Kameras und Computer stehlen.

Die insgesamt geleisteten Entschädigungszahlungen an Versicherte stiegen im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf insgesamt 350 Millionen Euro. Dies entspricht einer Erhöhung um 20 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Corona-Pandemie hatte die Zahl der Wohnungseinbrüche zunächst stark zurückgehen lassen, mit 80.000 Fällen im Jahr 2020 und nur 70.000 im Jahr 2021. Doch in den letzten Jahren hat die Zahl der Einbrüche wieder zugenommen und scheint sich nun auf einem stabilen Niveau einzupendeln, das mit dem Niveau von 2015, als noch 180.000 Einbrüche registriert wurden, weit untertrifft.

OZD/AFP


OZD-Kommentar:
Die anhaltend hohe Zahl an Einbrüchen in Deutschland zeigt auf, wie schwer es für Polizei und Sicherheitsbehörden ist, gegen diese Form von Kriminalität wirklich vorzugehen. Auch wenn die Zahl der Fälle im Vergleich zu 2015 deutlich gesenkt werden konnte, ist der Schaden, der durch diese Straftaten entsteht, weiterhin enorm. Es ist bedenklich, dass die Täter vor allem mit leicht weiterverkaufbaren Elektronikartikeln wie Smartphones und Kameras „Beute“ machen. Die gestiegenen Entschädigungszahlungen der Versicherer verdeutlichen, wie hoch der finanzielle Verlust für die Bevölkerung ist.

Aber auch der psychologische Schaden ist grenzenlos.

Die zunehmende Stabilisierung der Zahlen könnte darauf hindeuten, dass der Kampf gegen Wohnungseinbrüche und die Verbesserung der Sicherheitssysteme wenig Fortschritte machen. Eine langfristige Lösung muss über steigende Sicherheitsvorkehrungen hinausgehen und auch präventive Maßnahmen zur Bekämpfung von Kriminalität und Armut umfassen. Sowie die Grenzkontrollen in den süd- und osteuropäischen Raum zu verdichten.



OZD-Analyse:

1. Die anhaltend hohe Zahl an Einbrüchen

Trotz eines Rückgangs im Vergleich zu den Spitzenwerten der vergangenen Jahre bleibt die Zahl der Einbrüche auf einem hohen Niveau. Dies zeigt, dass die Kriminalitätsbekämpfung in diesem Bereich weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden darstellt.

2. Steigende Schadenssummen und Entschädigungszahlungen

Die Erhöhung der Schadenssumme pro Einbruch sowie der insgesamt geleisteten Entschädigungszahlungen unterstreicht die wachsende Schwere der materiellen Verluste. Diese Entwicklung könnte sowohl auf eine bessere Ausstattung der Täter als auch auf die gestiegenen Preise von Elektronik und Wertgegenständen zurückzuführen sein.

3. Die Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Kriminalität

Die Zahlen aus den Jahren der Pandemie zeigen, dass außergewöhnliche Ereignisse wie eine globale Krise durchaus Einfluss auf das Verhalten von Kriminellen haben können. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass dieser Trend in Zukunft anhalten wird, da sich die gesellschaftlichen Bedingungen ändern.


OZD-Erklärungen:

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Der GDV ist eine Vereinigung von Versicherungsunternehmen in Deutschland, die Statistiken und Analysen zu Versicherungsfragen erstellt, unter anderem zu Schadenshöhen und Kriminalität im Bereich der Haushaltsversicherung.

Kriminalstatistik: Eine Sammlung von Daten über Kriminalitätsvorkommnisse, die regelmäßig von Polizei- oder Sicherheitsbehörden veröffentlicht werden, um Trends und Muster von Straftaten zu erkennen.

Einbruch: Ein krimineller Akt, bei dem sich eine Person unbefugt Zugang zu einem Gebäude verschafft, typischerweise mit der Absicht, Diebstahl zu begehen.

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