Notenbankchef Jerome Powell warnt eindringlich vor den negativen Konsequenzen der Maßnahmen: steigende Inflation, verlangsamtes Wachstum und zunehmende Arbeitslosigkeit. Doch Trump setzt seinen Kurs unbeirrt fort und fordert sogar eine Zinssenkung, um seine riskante Strategie abzufedern.
Besonders brisant ist, dass Powell die Zölle als "deutlich höher als erwartet" einstuft und von gravierenderen wirtschaftlichen Folgen ausgeht. Die Börsen reagieren entsprechend: Der Dow Jones und der S&P500 rutschen drastisch ab, getrieben von der Angst vor einer bevorstehenden Rezession. Die USA, als weltweit größte Volkswirtschaft, drohen in eine konjunkturelle Abwärtsspirale zu geraten.
Trumps Forderung nach einer Leitzinssenkung ist dabei nicht nur unangebracht, sondern auch ein direkter Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbank. Die Fed bleibt jedoch standhaft und verweist auf die Notwendigkeit, geldpolitische Entscheidungen losgelöst von politischen Wünschen zu treffen. Dass Trump Powell selbst in seine Position berufen hat, scheint er dabei zu vergessen.
Die neuen Zölle treten ab Samstag gestaffelt in Kraft und betreffen eine breite Palette von Handelspartnern, darunter Großbritannien, Brasilien und die EU. Besonders die zweite Stufe mit 20-Prozent-Zöllen auf europäische Waren könnte die Handelsbeziehungen massiv belasten. Langfristig droht eine Verschlechterung der Wirtschaftsleistung, die vor allem die US-amerikanischen Verbraucher und Unternehmen treffen wird.
Trumps protektionistische Politik mag kurzfristig populistisch wirken, doch sie könnte die US-Wirtschaft teuer zu stehen kommen. Powell warnt zu Recht: Diese Maßnahmen dürften mehr schaden als nutzen. Die Frage bleibt, wie lange die USA eine solche Strategie durchhalten können, bevor die wirtschaftlichen Realitäten sie einholen.
OZD/AFP
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