Mainz - (ots) - Nun ist sie endlich da, die Corona-Warn-App. Zwei, drei Wochen später,
als sie hätte zur Verfügung stehen können, weil
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zunächst nicht davon ablassen
wollte, die Daten zentral zu erfassen. Er wollte den Gesundheitsbehörden
ein Instrument an die Hand geben, mit dem sie in einer Art Draufsicht
Infektionsherde schneller hätten ausmachen können.
Nun sind alle
datenschutzrechtlichen Bedenken ausgeräumt: Jeder installiert die App
freiwillig, kann sie jederzeit deinstallieren, die Daten werden eben
nicht zentral gespeichert, nur der Handynutzer selbst wird erfahren,
dass er sich einem Corona-Test unterziehen sollte - auf den er dann
endlich einen Anspruch hat.
Völlig unnütz also, dass Grüne und Linke
auch noch ein Gesetz zur Einführung der App fordern. Solche Scharmützel
gehen genauso auf Kosten der Akzeptanz wie die verlorengegangenen Wochen
- weil das Gefühl für die Bedrohungslage inzwischen merklich schwindet.
Dabei kann die App ein gutes Mittel sein, den dringlichen Weg der
Lockerungen fortzusetzen.
Realistischerweise aber wird es zwei oder
mehrere Schübe geben, in denen die Bürger die App herunterladen werden.
- Die erste zur Einführung: Da werden all diejenigen mitmachen, die sich
dem Gemeinnutz verpflichtet fühlen: "Ich schütze Dich, schütz' Du auch
mich!"
- Weitere Akzeptanzwellen wird es geben, wenn angesichts
zunehmender Sorglosigkeit die Infektionszahlen - hoffentlich eher
regional als überregional - wieder merklich ansteigen sollten.
Wer etwas dafür tun will, dass es keine neuen Angstwellen braucht, ist gleich von Anfang an dabei.
Für mich persönlich ist das keine Frage.
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